Multiscreen für Arme
Ich bin ein kleines Bisschen verwöhnt. Von der Arbeit. Ich habe nämlich dort das Vergnügen, über einen Arbeitsplatz mit drei Bildschirmen zu verfügen, von dem ich selber nicht geglaubt habe, wie schnell man sich daran gewöhnen kann.
Meine Diplomarbeit habe ich wechselweise bei der Arbeit und zuhause geschrieben. Weil ich bei der Gelegenheit zum ersten Mal mit LaTex gearbeitet habe, musste ich fast jedes Kommando im Internet nachschlagen. Da ist es praktisch, wenn neben dem LaTeX-Editor noch Platz für den Internetbrowser ist, um nicht ständig zwischen den Fenstern wechseln zu müssen.
Obwohl ich ganz genau weiß, dass am idealen Arbeitsplatz genau sechs Bildschirme stehen müssen, wollte ich mich erstmal mit einem zusätzlichen Monitor, also insgesamt zweien, begnügen. Bis ich dann festgestellt habe, dass auch ein einzelner Monitor Geld kostet. Viel Geld. Zuviel Geld. Was jetzt?
Einfach nur - und an dieser Stelle relativiert sich die Geschichte mit den Kosten wieder - das Notebook neben den Monitor stellen? Nein, das wäre nicht das gleiche. Viel zu einfach. Außerdem würde da das Dual-Screen-Feeling nicht aufkommen. Ich will zwei Monitore benutzen, aber bitteschön nur eine Maus und eine Tastatur.
Zum Glück bin ich mit diesem Wunsch nicht alleine. Darum haben sich einige pfiffige Leute das Programm MaxiVista ausgedacht, mit dem ich mein Notebook als zusätzlichen Bildschirm am Haupt-PC benutzen kann. Echtes Dual-Screen-Feeling also. Einzige Voraussetzung: eine Netzwerkverbindung zwischen Notebook und PC.
Auf den ersten Blick hört sich das alles echt super an, funktioniert auch ganz prima, aber mit der Zeit macht sich doch die eine oder andere Schwäche bemerkbar:
- Mein WLAN ist für die Übertragung der Bildschirminhalte offensichtlich zu langsam. Bei Gelegenheit will ich mal testen, wie sich das mit einer Firewire-Verbindung anfühlt.
- Die MaxiVista-Dienste wollen nach Standby oder Ruhezustand nicht mehr, und das Notebook legt ja doch des Öfteren mal ein Schläfchen ein.
Das ist zwar kein Weltuntergang, aber es nervt. MaxiVista ist kein vollwertiger Ersatz für echte Monitore, aber als Notlösung taugt es allemal. Außerdem weckt es Vorfreude. Wenn man sowas mag.

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